Einmal Krankheit abheben bitte

3. März 2014

Teil 1:

Sie möchten wissen, wie man sich am Bankomaten eine Krankheit zieht? Beginnen wir etwas früher: Sie stehen morgens auf, putzen sich die Zähne und verlassen nach einem leckeren Frühstück mit frisch gewaschenen Händen Ihre Wohnung. Soweit noch alles gut, Sie sind gesund. Sie drücken auf den „Ich will nach unten“-Knopf des Aufzugs und eine Horde munterer Bakterien hüpft freudig auf Ihren Finger. Die kleinen Dinger haben nun ja schließlich schon lange genug auf dem Knopf gewartet und langsam wurd´s dort auch etwas eng, zumal dieser Knopf ja in den letzten 20 Jahren nicht ein einziges Mal geputzt wurde. Beim Griff nach der Aufzugstür gesellen sich noch ein paar Milliönchen Bakterien dazu und auch die kleinen Gesellen auf dem „Erdgeschoss“-Knopf freuen sich auf ihren Ausflug. Eigentlich müssten Sie sich ja bereits jetzt, nach nicht einmal zwei Minuten, schon wieder die Hände waschen, aber da sich die goldigen Kerlchen schon so auf ihre heutige Reise gefreut haben, will man mal nicht so sein. Da sich nun aber auf Ihrer Hand auch fast ein Platzproblem ergibt, werden die mal netten und mal nicht so netten Bakterien auf dem kurzen Weg zur Bushaltestelle durch ein paar Griffe ins Gesicht noch etwas verteilt, damit sie keine klaustrophobischen Anwandlungen bekommen. Als Sie dem Busfahrer ein paar Münzen für das Busticket überreichen, wechseln auch ein paar der kleinen Lebewesen ihren Wirt, aber bei der Wechselgeldrückgabe gesellen sich glücklicherweise gleich einige neue Reisebegleiter zu Ihren treuen Bakterien hinzu. Wie die Reise im Bus weitergeht und was am Bankomaten geschieht – das lesen Sie von nun an einmal in der Woche auf unserer Facebookseite. Ihr Late Night Doc.

Teil 2:

Welcome back to your hand, wo sich gerade zigtausende Bakterien miteinander vergnügen und eigentlich bereits genug Entertainment hätten… Aber da Sie sich ja gerade im Bus auf dem Weg zur Arbeit befinden und sich wegen der leicht kreativen Fahrweise des Busfahrers an einer der mäßig häufig gereinigten Stangen festhalten müssen, um keine nähere Bekanntschaft mit dem Busboden zu schließen, wird´s auf Ihrer Hand noch etwas spaßiger. Speziell Fritz freut sich über Ihren Griff zur Haltestange – war er doch schon ziemlich genervt von den permanenten Hurrikans, die jeder Nieser in die Hand seines vormaligen Transportmittels – einer Dame mittleren Alters – ausgelöst hat. Fritz, seines Zeichens eine überaus sympathische und kontaktfreudige Bakterie, ist nämlich kein großer Freund von Zugluft. Und da Sie ja (noch) weder in Ihre Hand noch sonst wohin niesen, freut er sich jetzt auf die heutige gemütliche Exkursion auf Ihnen. Die Tatsache, dass sich bei Ihrem Betätigen der „Ausstieg“-Taste noch ein paar alte Freunde aus Fritz‘ Kindheit auf Ihre Finger dazugesellen, steigert die Vorfreude noch… Nächste Woche geht die Reise weiter – für Sie und Fritz. Und wie sie für wen weitergeht, das lesen Sie hier. Ihr Late Night Doc.

Teil 3:

Sodalas, hier sind wir wieder. Ihre Hand und alles, was darauf so lebt. Und natürlich Fritz. Ganze siebzehn Minuten nachdem Sie sich zuletzt die Hände gewaschen haben. Gesund und frisch und munter. Sollten Sie noch nicht wissen, worum’s hier geht – einfach den letzten Eintrag lesen. Ansonsten geht die Reise gleich weiter: Nachdem Sie mit ein paar mehr Bewohnern als beim Einsteigen aus dem Bus ausgestiegen sind, bemerken Sie, wie sich Ihr nach einem starken Kaffee dürstender Magen zu Wort meldet. Da Sie ihn nicht weiter strapazieren möchten, gönnen Sie ihm auf Ihrem zeitlich doch eher knapp bemessenen Weg zur Arbeit noch einen schnellen Abstecher in die Bäckerei. Auch der breite silberne Türgriff der Bäckereitür kann angesichts des Datums seiner letzten Reinigung, die bereits eine gefühlte Ewigkeit zurückliegt, mit einer Menge neuer Artgenossen von Fritz aufwarten. Allerdings wird Fritz langsam ein bisschen sauer, wird er doch schon jetzt permanent von allen Seiten angerempelt und muss seine Bakterienfüßchen einziehen, damit er genug Platz hat und ihm nicht ständig jemand darauf herumtrampelt. Also so was rücksichtsloses, diese anderen Bakterien. Schrecklich. Aber dem Fritz ist es immer noch lieber, auf Ihrer Hand mit einer unzärtlichen Kuschelstunde zwangsbeglückt zu werden als von den Niesattacken-Hurrikans Ihrer Vorgängerin durch die Gegend katapultiert zu werden… Zu Fritz‘ großer Freude trägt die nette Bäckereifachverkäuferin wenigstens gerade frische Plastikhandschuhe, sodass beim Austausch von Kaffeebecher und Münzen zwischen Ihnen und ihr mehr platzraubende Bakterien verschwinden als dass neue hinzukommen. Dem Bakteriengott sei Dank. Jetzt hat Fritz wieder Platz, kann sich beim Verlassen der Bäckerei gemütlich zurücklehnen und die weitere Reise genießen. Wohin’s als nächstes geht – das gibt’s hier, in einer Woche. Ihr Late Night Doc.

Teil 4:

Neunundzwanzig Minuten. Erst neunundzwanzig Minuten sind vergangen, seitdem Ihre Hände zuletzt mit dem reinigenden Nass namens Wasser und Seife in Berührung gekommen sind. Und seither hat sich auf Ihren Fingern einiges getan – siehe die letzten drei Einträge… Jetzt gerade befinden Sie sich ja mitsamt Ihren putzigen Bewohnern zu Fuß auf dem Weg in die Arbeit, und der Großteil Ihrer kleinen Bakterienfreunde freut sich wie verrückt auf den heutigen Ausflug auf Ihnen. Allerdings wird diese Freude etwas getrübt, da Sie dank Ihres mäßig ausgeprägten Talents für Zeitmanagement die Strecke zur Arbeit im Laufschritt zurücklegen müssen. Und diese Fortbewegungsart bringt es nun einmal mit sich, dass der Kaffee in Ihrer Hand nicht – wie ursprünglich angedacht – in Ihrem Mund landet, sondern sich auf Ihre Hand und somit auf Fritz und seine Freunde ergießt. Ein paar der niedlichen Dinger erschrecken ob der heißen Brühe sogar so sehr, dass sie sich nicht mehr festhalten können und mit dem Kaffee auf Nimmerwiedersehen etwas unsanft auf dem Asphalt landen. Wieder ein bisschen mehr Platz für Fritz. Das wird sich aber gleich wieder ändern, da Sie angesichts Ihres Zeitdrucks wie irre auf dem „auf Grün umschalten“-Knopf an der Ampel herumdrücken. Wahnsinn, so viel Verkehr schon um diese Zeit! Und da Sie glücklicherweise nicht suizidal veranlagt sind, können Sie nicht einfach zwischen den ganzen Autos über die Straße laufen. Also noch zwölf Mal innerhalb von neun Sekunden auf den Umschalt-Knopf gedrückt – diesmal etwas fester, damit‘s schneller Grün wird. Sehr gut, hat geholfen. Jetzt ist grün und Sie können im Laufschritt auch noch den restlichen Kaffee auf Ihrer Hand verteilen. Doch nach all den Abertausenden Bakterien, die vom Ampelknopf – der in seinem gesamten Dasein selbstverständlich genau so häufig desinfiziert wurde wie Fritz von menschlichen Augen wahrgenommen wurde – auf Ihre Hand gehüpft sind, kann nicht einmal mehr die Kaffeedusche dem Fritz genug Platz verschaffen. Aber es kommt noch bunter für das sympathische, aber stressgeplagte  Kerlchen, zumal Sie bisher ja weder in der Arbeit noch am Bankomaten angekommen sind… Nächste Woche geht´s weiter. Ihr Late Night Doc.

Teil 5:

So, willkommen zurück auf Ihrem eigentlich alltäglichen Weg zur Arbeit – mit dem klitzekleinen Unterschied, dass Ihnen heute mal geschildert wird, was Sie normalerweise eben nicht wahrnehmen. Zwar begleitet Fritz Sie heute zum ersten Mal, aber an den vergangenen Tagen waren es halt Fridolin, Josefine, Ludger und viele andere, die Sie als unterhaltsames Transportmittel nutzen durften. Aber zurück zu Fritz: Der sitzt ganz verklebt und etwas verstimmt zwischen dem Daumen und dem Zeigefinger Ihrer rechten Hand – er dachte ja, das sei ein recht guter Platz mit angenehmer Aussicht, etwas geschützt und doch offen. Allerdings hatte er nicht damit gerechnet, dass Sie den Kaffee anstatt in Ihre Speiseröhre über Ihre Hand schütten würden. Und noch viel weniger hatte er damit gerechnet, dass Sie Ihren Kaffee mit gefühlten drei Esslöffeln Zucker trinken – oder besser gesagt verschütten – würden. Und deshalb fühlt sich unsere kleine Bakterienfrohnatur Fritz jetzt, als hätten Sie ihn in Superkleber getaucht. Nicht so toll. Aber es gibt Schlimmeres. Sie selbst befinden sich dank Ihres selbstproduzierten Zeitdrucks immer noch im Laufschritt Richtung Arbeit und haben Ihren leeren Kaffeebecher mal gerade im hohen Bogen sauber neben dem Mülleimer auf dem Gehsteig platziert – egal, keine Zeit um diesen Faux-Pas zu beheben. Schon nach der nächsten Ecke sollte Ihre Arbeitsstelle bereits in Sichtweite kommen und Sie versuchen, einen olympiaverdächtigen Endspurt hinzulegen, doch irgendwie krachen Sie plötzlich ungebremst in ein Hindernis. Blöderweise können Sie das Hindernis weder treten noch sonstwie bestrafen oder beschimpfen, da es sich um Ihre Freundin Caroline handelt, die sich Ihnen aus unerfindlichen Gründen absichtlich in den Weg gestellt und somit ihre Gesundheit auf’s Spiel gesetzt hat. Etwas erstaunt über Ihre Geschwindigkeit und wenig empathisch fängt Caroline einen Smalltalk mit Ihnen an – denn wie’s der Teufel halt mal will, geht sie grad mit ihrem Hund Berthold Gassi und hätte herrlich viel Zeit für ein Schwätzchen. Bisher sind Sie noch zu sehr außer Atem, um ihr erklären zu können, wie ungemein unpassend dieses Treffen gerade ist, und Fritz auf Ihrer Hand erleidet ob des Anblicks von Berthold wahre Schweißausbrüche, da er fürchtet, die wandelnde Bakterienschleuder könnte auf die grandiose Idee kommen, sich zu schütteln und somit Fritz’ Artgenossen inklusive Flöhen auf Ihnen zu verteilen. Ob Fritz’ Ängste sich bestätigen und ob Sie irgendwann noch gesund in der Arbeit ankommen – das gibt’s nächste Woche. Same time, same station. Ihr Late Night Doc.

Teil 6:

Uuuuund… hier sind wir wieder. Immer noch gesund, immer noch nicht am Bankomat und immer noch im Stress auf dem Weg zur Arbeit. Da Sie gerade wieder genügend Luft geschnappt haben, um Caroline mitteilen zu können, dass Sie jetzt einfach unbedingt weitermüssen, streckt sie Ihnen zum Abschied noch schnell die Hand hin. Und da passiert’s: Ungewollt landet Ihr kleiner Bakterienfreund Fritz auf der rechten Hand Ihrer Freundin, dabei wollte er doch den Tag unbedingt auf Ihren Fingern verbringen. Zu spät. Da Sie’s aber nicht bemerkt haben, sprinten Sie weiter in Richtung Arbeit, um eventuell doch noch halbwegs pünktlich zu erscheinen. Doch da gibt’s noch etwas, das Ihrer Wahrnehmung unglücklicherweise verborgen geblieben ist: Auf direktem Wege zu Ihnen kommt Gerlinde angeflogen – ebenso euphorisch wie zuvor Fritz landet sie ganz galant direkt unter Ihrer Nase. Endlich kann sie eine kleine Pause einlegen, hat die hübsche kleine Birkenpolle doch für ihre Größe heute bereits einen beachtlichen Weg von ihrer Heimatbirke bis zu Ihnen hingelegt. Und in der Luft war auch jede Menge Verkehr – unglaublich, was da Anfang April in den Lüften schon los ist! Von links war Gerlinde äußerst unsanft von einer Zypressenpolle weggeschubst worden, die wohl mit dem falschen Pollenfüßchen aufgestanden war. Von rechts hatte eine nicht minder aggressive Eschenpolle ihr in die Seite geboxt. Und da soll noch einer sagen, Birkenpollen seien zurzeit die angriffslustigsten fliegenden Zeitgenossen – von wegen. Nur weil Gerlindes Artgenossen momentan die Lüfte so zahlreich bevölkern, muss man doch noch lange nicht so rabiat gegen einzelne Exemplare vorgehen, die an sich nichts Böses im Schilde führen. Da kann ja die einzelne Polle nichts dafür, wenn manche am Boden wandelnde Zweibeiner gewisse medizinische Vorbehalte gegen sie haben. Jetzt aber kann sich Gerlinde endlich von ihrer anstrengenden Flugreise erholen. Da stört es sie auch nicht sonderlich, dass Sie – immer noch etwas außer Atem – tief durch die Nase einatmen und die kleine Birkenpolle sich urplötzlich irgendwo in Ihren Atemwegen wiederfindet. Gut, da kann sie jetzt in Ruhe entspannen. Was Gerlinde noch so anstellen wird, das lesen Sie nächste Woche hier. Ihr Late Night Doc.

Teil 7:

Herzlich willkommen zurück in Ihren Atemwegen, wohin sich die kleine, an sich friedfertige Birkenpolle Gerlinde gerade zurückgezogen hat, um sich von ihrem langen, anstrengenden Flug bis zu Ihnen zu erholen. Dass ihre Wahl bei der Landebahn ausgerechnet auf Sie gefallen ist, war schlicht und einfach ein reiner Zufall – so ein Häufchen Blütenstaub wie Gerlinde kann ja schließlich nicht wissen, was so eine Pollenallergie ist und wofür die gut sein soll. Und noch viel weniger kann sie wissen, dass genau Sie wegen Ihrer unglücklicherweise vorhandenen Allergie – von der Sie selbst aber bis dato noch gar nichts wissen – auf diese Bekanntschaft gerne verzichten hätten können. Jetzt ist es aber auch schon zu spät. Gerade als Sie endlich mit seitens des Chefs sehr unerwünschten siebeneinhalb Minuten Verspätung das Bürogebäude betreten, in dem Sie arbeiten, fängt es Sie an in der Nase zu kitzeln. Da bemerken Sie auch schon den strafenden Blick Ihres Chefs, der Ihnen durch die riesigen Fensterscheiben – die er in seinem Büro unbedingt haben wollte, um das ganze Treiben im Auge behalten zu können – zu verstehen gibt, dass Sie sich besser mal schnell eine gute Ausrede für Ihr Zuspätkommen einfallen lassen sollten. Also laufen Sie eilig die Treppe zu seinem Büro hoch, Ihre grauen Zellen laufen für eine kreative Ausrede auf Hochtouren. Mit dem freundlichsten Lächeln, das Sie sich gerade entlocken können, klopfen Sie an seine Glastür. Mit einer kurzen Geste deutet er Ihnen, dass Sie eintreten sollen, und mit einem überschwänglichen „Guten Morgen“ möchten Sie Ihre Erklärung einleiten. Geht allerdings nicht mehr, da Ihr Morgengruß in „Guten M – atschiiii, tschiii, tschiii“ ausgeartet ist. Was soll denn das? Wo kommt denn plötzlich dieser Niesanfall her?!? „Tschiii, tschiii, tschiii“ – das will ja gar nicht mehr aufhören! Mit einer ebenfalls kurzen Geste geben Sie Ihrem Chef zu verstehen, dass Sie später wieder zurückkommen werden, und flüchten sich mit der lästigen Niesattacke in Ihr Büro. So was Unp – atschiii – assendes! Klasse, jetzt fangen auch noch die Augen an zu jucken. Mal sehen wo das noch hinführt. Nächste Woche wissen Sie mehr. Ihr Late Night Doc.

Teil 8:

Zweieinhalb Stunden später: Sie sitzen noch immer vor Ihrem Computer, schon vollkommen entnervt aufgrund der mittlerweile alle 15 Minuten auftretenden Niesattacken. Ihre Augen jucken, der zuvor leere Mülleimer unter Ihrem Schreibtisch quillt schon über wegen der Unmengen an Taschentüchern, die darin landen, und an eine halbwegs produktive Arbeitsweise ist ohnehin nicht im Traum zu denken. Schließlich haben Sie in Ihrer Schublade ja nicht einfach so einen Jahresvorrat an Tempos zufällig herumliegen, was dazu führt, dass Sie inzwischen auch schon den gesamten Taschentuchvorrat von sechs ArbeitskollegInnen verbraucht haben. Und da Sie sich ohnehin nicht auf Ihre Arbeit konzentrieren können, laufen Sie natürlich regelmäßig zum Spiegel in den Waschräumen, um die Entwicklung Ihres Augenzustandes zu beobachten. Der Besuch der kleinen Birkenpolle Gerlinde, die es sich in Ihren Atemwegen gemütlich gemacht hat und nichtsahnend vor sich hindöst, hat dummerweise dazu geführt, dass Sie Ihre Umwelt mittlerweile nur mehr durch einen äußerst schmalen, erschreckend geröteten Spalt von Augen wahrnehmen können. Glücklicherweise benötigen Sie Ihre visuelle Wahrnehmung aber ohnehin nicht, um die Einschätzung Ihrer Arbeitskollegin Franziska zu vernehmen, die Ihnen diagnostiziert, dass Sie wohl ab sofort unter einer Pollenallergie leiden. Und sie weiß das ganz genau, weil sie hat das nämlich auch – nur sieht man’s ihr nicht so an wie Ihnen, weil sie schon was dagegen unternommen hat. Was das ist und wie auch Sie etwas gegen die Gerlindes dieser Welt unternehmen können – das lesen Sie nächste Woche hier. Ihr Late Night Doc.

Teil 9:

So, langsam wird es wohl amtlich – Sie leiden an einer Pollenallergie. Bereits seit zwei Tagen rinnen Ihre Augen, die Nase juckt ununterbrochen, die dauernden Niesanfälle machen es Ihnen unmöglich, sich auf Ihre Arbeit oder sonst irgendwas zu konzentrieren und langsam geben Sie Ihre anfangs gehegte Hoffnung, es könne sich um eine gewöhnliche Verkühlung handeln, auf. Und Birkenpöllchen Gerlinde denkt wohl nach wie vor nicht daran, sich aus Ihren Atemwegen zu verabschieden. Aber zum Glück hat Ihnen ja Ihre Arbeitskollegin Franziska, die letztes Jahr dieselben Probleme hatte, gesagt, was Sie zu tun haben. Also schnell bei Dr. Katzmayr angerufen und für abends nach deiner Arbeitszeit einen Termin vereinbart. Einen Allergietest und ein klärendes Arztgespräch später haben Sie nun die Gewissheit: Sie sind nicht nur auf Birkenpolle Gerlinde und ihre Artgenossen allergisch, sondern auch noch auf Wegerich-, Ampfer-, Brennnessel-, Eichen- und Walnusspollen. Und als ob das nicht genug wäre, wird Ihnen auch noch eine Gräserallergie diagnostiziert. Na Mahlzeit, wo ist denn das jetzt plötzlich hergekommen? Wohl einfach aus dem Nichts, so was kommt nun halt einmal ohne Vorankündigung. Und wenn’s nicht Birkenpolle Gerlinde gewesen wäre, die diese Allergiesymptome bei Ihnen ausgelöst hätte, dann halt Gräserpolle Manfred oder Walnusspolle Silvia, die ebenfalls schon freudig darauf warten, Ihre Bekanntschaft zu machen. Aaaaber… zum Glück leben Sie im Jetzt und nicht vor zweihundert Jahren – heutzutage gibt’s effektive Mittel, die ein Zusammenleben mit den Gerlindes, Manfreds und Silvias dieser Welt praktisch beschwerdefrei möglich machen. Wie gesagt, zum Glück. Was weiter geschieht, das lesen Sie hier. Nächste Woche beim Late Night Doc.

Teil 10:

Ende gut – alles gut. Ihre sämtlichen Allergiesymptome haben sich nach dem Arztbesuch letzte Woche glücklicherweise auf Nimmerwiedersehen verabschiedet, die verschriebenen Mittel haben ihre Pflicht getan. Für Sie läuft’s wieder wunderbar. Allerdings können Sie auch keine Ahnung davon haben, wie sehr die nette kleine Bakterie Fritz, die es sich auf Ihren Fingern damals so gemütlich gemacht hatte, Sie immer noch vermisst. Und noch viel weniger können Sie wissen, wie es ihm in der Zwischenzeit ergangen ist: Von der Hand Ihrer Freundin war er unfreiwillig auf die Tastatur eines Bankomaten befördert worden, als Caroline nach diesem Treffen Geld abgehoben hatte. Da die Tasten eines Bankomaten aber ja bekanntlich mit mehr krankmachenden Bakterien bevölkert sind als eine öffentliche Toilette, hatte sich Fritz dort rasend schnell eine ansteckende Krankheit eingefangen. Keuchend und geschwächt auf der „7“-Taste liegend, hatte klein Fritz gar nicht bemerkt, dass er schon wieder auf seinem nächsten Wirt gelandet war – genauer gesagt auf den zierlichen Fingern einer jungen Studentin, die sich schnurstracks auf den Weg zum Supermarkt machte. Dort angekommen, schnappte sie sich einen Einkaufswagen und nahm beim Griff nach dem Handlauf des Einkaufswagens noch zahllose weitere Bakterien auf ihre Hand auf. Noch bevor die junge Frau mit ihren unsichtbaren Begleitern bei der Feinkosttheke angekommen war, hatten sich die kleinen Kerlchen schon gegenseitig mit den verschiedensten schlimmen  Krankheiten angesteckt. Einen sicher geglaubten, unschönen Bakterientod vor Augen, bemerkten die Millionen kleiner Lebewesen gar nicht mehr, dass die Studentin den Supermarkt schon verlassen und den Einkaufswagen zurückgestellt hatte. Als einer der ersten realisierte Fritzchen, dass die Hand, auf der er gerade saß, nach dem Griff in die Handtasche ein kleines Plastikfläschchen hielt. Daraus drückte die junge Frau ein durchsichtiges zähflüssiges Etwas auf ihre Hand und verteilte es auf all ihren zehn Fingern. Hätte klein Fritz gewusst, was eine Händedesinfektion ist, hätte er wohl noch schnell Reißaus genommen. So aber war’s passiert: Mitsamt all seiner Artgenossen lebte Fritzchen von nun an im Bakterienhimmel weiter. Dank der Desinfektion wieder völlig gesund und auch sonst relativ zufrieden. Und wenn er nicht gestorben ist, dann lebt er wohl noch heute. Ihr Late Night Doc.

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