Eine atemberaubende Schaumparty

29. September 2014

Teil 1:

Tom ist frustriert – es ist Freitagabend, gerade mal 23:48 Uhr und soeben hat sich der letzte Gast seiner vermeintlich legendären 30er-Feier verabschiedet. Nächtelanges Um-die-Häuser-Ziehen, unvergessliche Studenten-Partys und abfeiern, als gäbe es kein Morgen – das war gestern. Heute haben alle Jobs, rackern die ganze Woche durch und wollen freitagabends nichts, außer mit ihrer Freundin auf der Couch in der gemeinsamen Wohnung zu liegen. „Thank God it’s Friday – von wegen!“, schimpft Tom, als er durch das nächtliche Innsbruck nach Hause spaziert. Im Stiegenhaus begegnet ihm eine Gruppe partywütiger 16-Jähriger, die sich voller Aufregung auf den Weg in den nächsten Club machen. Kurz spielt Tom mit dem Gedanken, sich den Jungs anzuschließen; kommt aber schnell wieder zu Sinnen: „Alter, du bist doppelt so alt!“, weist er sich selbst zurecht und schließt seufzend die Tür zu seiner Junggesellenbude auf. „16…“, murmelt Tom. „Mit 16 dachte ich, mit 30 sei mein Leben vorbei…alles Wichtige geregelt…guter Job, nette Familie, großes Haus, tolles Auto, wohlerzogener Hund…“. Betrübt holt er sich ein Bier aus dem Kühlschrank. Auch das hatte seit seinem 16. Geburtstag zunehmend an Reiz verloren. „Und was habe ich erreicht?“, sinniert Tom weiter. „Ich halte mich mit Gelegenheitsjobs über Wasser, bin immer noch – oder schon wieder – single, ernähre mich von Fertigpizza und hause in einer lausigen Einzimmerwohnung“. Voller Selbstmitleid schläft Tom auf der Couch ein, bis er am nächsten Morgen unsanft von seinem erbarmungslos schrill klingelnden Handy geweckt wird. Wer Tom in aller Herrgotts Früh anruft und warum, das erfahren Sie nächste Woche. Hier im Blog vom Late Night Doc.

 

Teil 2:

„Jaaa?!“, knurrt Tom mürrisch ins Telefon. „Oh, hab‘ ich dich geweckt?“, hört er seinen besten Freund Martin unschuldig trällern. „Sorry, der Arbeitsrhythmus. Ich kann einfach nicht mehr lange schlafen“, fährt Martin bestens gelaunt fort. „Du, hör zu, ich wollte mich für gestern entschuldigen. Dass ich so bald abgehauen bin, das war echt mies. Aaaaaber ich mach’s wieder gut, versprochen! Die Anderen haben auch alle ein schlechtes Gewissen, also haben wir uns etwas ganz Spezielles überlegt. Check deine E-Mails, da findest du noch ein verspätetes 30er-Geschenk.“ Und bevor Tom antworten kann, hat Martin auch schon aufgelegt. Schlaftrunken dreht er sich auf die andere Seite, doch Martins Anruf lässt ihm keine Ruhe. „Ohhhh, Mann!“, stöhnt Tom, als er sich behäbig aufzurappeln versucht. Jeder einzelne Nackenmuskel scheint verspannt zu sein, der Rücken schmerzt und irgendwie hat Tom das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen. „Ich bin halt keine 16 mehr“, muss Tom über sich selber schmunzeln. Martins Anruf hat seine Laune merklich verbessert und er muss zugeben, beim Öffnen der E-Mail mit dem vielversprechenden Betreff „party hard“ leichtes Herzklopfen zu verspüren. „Wir sind vielleicht 30, aber keine Schlaftabletten. Also, zieh dich warm an, denn nächsten Samstag feiern wir alle zusammen wieder einmal richtig – so wie in guten, alten Zeiten. P.S.: Ich hab‘ mir vorsichtshalber Montag schon frei genommen. Lg Martin“, liest Tom und wundert sich, was seine Kollegen da wohl aushecken. Auf welche legendäre Party sie Tom entführen, lesen Sie nächste Woche wieder hier.

 

Teil 3:

Tom traut seinen Augen kaum, als das Taxi am nächsten Samstagabend vor dem Ziel der Partynacht hält. „Das kann doch nicht euer Ernst sein“, lacht Tom und quetscht sich mit seinen Kollegen aus dem Auto. „SCHAUMPARTY“ blinkt ihm in großen, leuchtenden Buchstaben über dem Eingang entgegen. Lieber hätte Tom ja den endlich mal lauen frühherbstlichen Abend im Freien genossen, anstatt sich in eine stickige Halle voller Schaum zu begeben. Ohnehin hat er sich schon den ganzen Tag über nicht besonders wohl gefühlt, die Temperaturschwankungen der letzten Zeit scheinen seiner Lunge nicht zu bekommen. Aber nun gibt es kein Zurück mehr und bereits wenig später findet Tom sich auf der Tanzfläche wieder. Obwohl er sich kaum bewegt hat, fällt ihm das Atmen schwer. „Mir ist es hier zu stickig, ich schau‘ kurz raus!“, schreit er seinen Kollegen durch die dröhnende Musik zu. Tom versucht, sich durch die tanzende Menge und tonnenweise Schaum in Richtung Ausgang zu kämpfen, als ihm plötzlich jemand von hinten um den Hals fällt. Überrascht dreht Tom sich um – und augenblicklich ist auch das letzte bisschen Luft aus seinen Lungen gewichen. Vor ihm steht seine erste große Liebe – und sie ist immer noch so schön wie in der Volksschule. „Anna!“, keucht Tom. „Unfassbar, wir haben uns ja seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen“, strahlt Anna ihm entgegen und Toms Herz macht einen Sprung. Augenblicklich verstärken sich die Schmerzen in seiner Brust, doch als Anna ihn am Arm nimmt und auf die Tanzfläche zerrt, kann Tom nicht widersprechen.

 

Teil 4:

„Was ist nur mit mir los?!“, fragt sich Tom zunehmend besorgt. Der Druck in seiner Brust lässt einfach nicht nach. Er bekommt ohnehin schon kaum Luft und nun soll er Anna auch noch mit seinen Tanzkenntnissen beeindrucken. „Es ist bestimmt nur der Schaum. Oder der Luftzug. Klimaanlagen sollen ja sehr schädlich sein“, versucht Tom sich zu beruhigen. In diesem Moment legt Anna ihre Arme um seinen Hals und ihre Blicke treffen sich. Tom bleibt nun im wahrsten Sinne des Wortes die Luft weg. „Vielleicht liegt es ja an Anna!“, überlegt er. Je näher sie sich kommen, umso weniger kann Tom atmen. „Willst du was trinken?“, fragt er und hofft insgeheim, so der stickigen Tanzfläche endlich zu entkommen. „Klar, ich sag‘ nur schnell meinen Mädels Bescheid“, antwortet Anna. Inzwischen begibt sich Tom in Richtung Bar und lässt sich schwer atmend auf einen Barhocker fallen. „Alles ok?“, erkundigt sich die Barkeeperin, der Toms Atemnot nicht entgangen war, besorgt. Toms beschwichtigendes „Ja“ klingt wohl nicht sehr überzeugend. „Vielleicht ist es ja nur deine Herzensdame, die solche Reaktionen bei dir hervorruft. Aber zur Sicherheit solltest du mal hier vorbei schauen. Hat mir sehr geholfen.“ Gemeinsam mit einem Glas Wasser reicht die Barkeeperin Tom eine Visitenkarte von Dr. Katzmayr. Dankbar nimmt Tom sie entgegen und schwört sich, gleich am Montag einen Termin zu vereinbaren. Man ist ja schließlich keine 16 mehr. Im selben Augenblick taucht Anna auf und flüstert ihm ins Ohr: „Wollen wir nicht an die frische Luft gehen?“ Der Rest ist Geschichte.

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